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Leichtathletik-Europameisterschaften 1966

Leichtathletik-Europameisterschaften 1966

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
8. Leichtathletik-Europameisterschaften
Stadt Budapest
StadionNépstadion
Wettbewerbe36
Eröffnung30. August 1966
Schlussfeier4. September 1966
Chronik
Belgrad 1962Athen 1969
Medaillenspiegel (Endstand nach 36 Entscheidungen)
PlatzLandGoldSilberBronzeGesamt
1 DDR83617
2 Polen75315
3 UdSSR67720
4 Frankreich43714
5 Italien33
6 BR Deutschland210921
7 Großbritannien22
8 Ungarn1438
9 Bulgarien112
10 Jugoslawien11
 Tschechoslowakei11
Vollständiger Medaillenspiegel
Das Népstadion bei einer Veranstaltung im Jahr 1953

Die 8. Leichtathletik-Europameisterschaften fanden vom 30. August bis zum 4. September 1966 in der ungarischen Hauptstadt Budapest statt. Mit Ausnahme des Marathonlaufs und der Gehwettbewerbe wurden die Wettkämpfe im Népstadion ausgetragen.

Teilnehmer

Die Teilnahme der DDR unter eigener Flagge war bis kurz vor Beginn der Wettkämpfe umstritten. Die bundesdeutschen Athleten wurden von Politikern der Bundesrepublik Deutschland sogar zu einem Boykott der Europameisterschaften gedrängt. Der Vorsitzende des Deutschen Leichtathletik-Verbands DLV Max Danz hielt jedoch an der Teilnahme der Athleten seines Verbandes fest. Einen Boykott sollte es dann auf der Grundlage anderer Konstellationen bei den folgenden Europameisterschaften 1969 in Athen geben.[1]

Wettbewerbe

Bei diesen Europameisterschaften gab es keine Änderungen im Wettkampfprogramm. Das sollte sich ab 1969 bei den nachfolgenden Meisterschaften wieder ändern. Im Angebotskatalog für die Frauen gab es noch erheblichen Nachholbedarf und das Frauenprogramm wurde in den kommenden Jahrzehnten sukzessive erweitert, bis es dem der Männer weitgehend entsprach.

Problemfeld Geschlechtsstatus

Diskussionen gab es um die Frage des Geschlechtsstatus: Sind alle Sportlerinnen, die bei den Frauenwettkämpfen antreten, tatsächlich, Frauen? Es hatte in der Vergangenheit vor allem bei zwei sowjetischen Sportlerinnen, den überaus erfolgreichen Geschwistern Tamara und Irina Press, Zweifel gegeben. Die beiden stellten sich den neu eingeführten Geschlechtstests (auch als „Sextests“ bezeichnet) nicht, nahmen somit an diesen Europameisterschaften nicht teil und tauchten von da an nie mehr bei Wettkämpfen auf.[2]

Mit der hier ebenfalls stark auftretenden Polin Ewa Kłobukowska war eine weitere Athletin von diesen Geschlechtstests betroffen. Sie passierte die Überprüfung bei diesen Europameisterschaften ohne Beanstandung, wurde allerdings im Jahr 1967 im Rahmen des Europacups aufgrund ihrer Geschlechtschromosome als Hermaphrodit eingestuft. Dies hatte zur Folge, dass sie von da nicht mehr an Wettbewerben teilnehmen konnte. 1969 strich der Weltleichtathletikverband (damals IAAF) nachträglich alle Weltrekorde, an denen Ewa Kłobukowska beteiligt war. Ihre errungenen Titel und Medaillen durfte sie dagegen behalten. Zur Einordnung dieser Fakten gehört allerdings auch die Tatsache, dass die betroffene Sportlerin später heiratete und einen Sohn gebar.[3][4]

Sportliche Leistungen

Gleich bei ihrer ersten Teilnahme als eigener Verband wurde die DDR mit acht EM-Titeln erfolgreichste Nation. Die Sowjetunion hatte ihre alleinige Vormachtstellung der letzten Jahre in Europa eingebüßt. Hinter der DDR folgten Polen mit sieben EM-Titeln, die UdSSR (sechs Titel) und Frankreich (vier).

Bei den einzelnen Sportlern lag das Leistungsniveau hoch. Welt- und Europarekorde gab es diesmal zwar nicht, aber es wurden zahlreiche Meisterschafts- und Landesrekorde neu aufgestellt oder egalisiert.

  • In 23 Disziplinen wurde der Europameisterschaftsrekord dreißig Mal eingestellt oder verbessert.
  • In 14 Disziplinen gab es 39 egalisierte oder verbesserte Landesrekorde.

Resultate Männer

100 m

Sprinteuropameister Wiesław Maniak
PlatzAthletLandZeit (s)
offiziellinoffiziell
1Wiesław Maniak POL10,510,60
2Roger Bambuck FRA10,510,61
3Claude Piquemal FRA10,510,62
4Manfred Knickenberg FRG10,510,62
5Ito Gianni ITA10,610,71
6Barrie Kelly GBR10,710,76
7Nikolai Iwanow URS10,710,82
8Pasquale Giannattasio ITA20,1k. A.

Finale: 31. August

Wind: −0,6 m/s

200 m

PlatzAthletLandZeit (s)
1Roger Bambuck FRA20,93
2Marian Dudziak POL21,0
3Jean-Claude Nallet FRA21,0
4Jan Werner POL21,1
5Ladislav Kříž TCH21,3
6Fritz Roderfeld FRG21,4
7Livio Berruti ITA21,5
8Ennio Preatoni ITA21,7

Finale: 2. September

Wind: ±0,0 m/s

400 m

Europameister Stanisław Grędziński
(hier im Jahr 2011)
PlatzAthletLandZeit (s)
1Stanisław Grędziński POL46,0
2Andrzej Badeński POL46,2
3Manfred Kinder FRG46,3
4Wilfried Weiland GDR46,6
5Rolf Krüsmann FRG46,7
6Josef Trousil TCH46,9
7Tim Graham GBR46,9
DNFSiegfried König FRG

Finale: 1. September

800 m

Manfred Matuschewski (hier als Gewinner der DDR-Meisterschaften 1963) besiegte überraschend den Europarekordler Franz-Josef Kemper
PlatzAthletLandZeit (min)
1Manfred Matuschewski GDR1:45,9 CR/NR
2Franz-Josef Kemper FRG1:46,0
3Bodo Tümmler FRG1:46,3
4Chris Carter GBR1:46,3 NR
5Tomáš Jungwirth TCH1:46,7 NR
6John Boulter GBR1:47,0
7Alberto Esteban ESP1:47,4 NR
8Noel Carroll IRL1:47,9

Finale: 4. September

1500 m

PlatzAthletLandZeit (min)
1Bodo Tümmler FRG3:41,9
2Michel Jazy FRA3:42,2
3Harald Norpoth FRG3:42,4
4Alan Simpson GBR3:43,8
5Jürgen May GDR3:44,1
6André De Hertoghe BEL3:44,3
7Jean Wadoux FRA3:44,5
8Henryk Szordykowski POL3:45,8

Finale: 1. September

Bodo Tümmler bezwang den Europarekordinhaber Michel Jazy und Harald Norpoth.

5000 m

PlatzAthletLandZeit (min)
1Michel Jazy FRA13:42,8 CR
2Harald Norpoth FRG13:44,0
3Bernd Dießner GDR13:47,8
4Derek Graham GBR13:48,0
5Lajos Mecser HUN13:48,0
6Bengt Nåjde SWE13:48,2
7István Kiss HUN13:48,2
8Jean-Luc Salomon FRA13:52,0

Finale: 4. September

Michel Jazy siegte vor Harald Norpoth – wie auf dem Foto rechts in einem Rennen von 1963.

10.000 m

PlatzAthletLandZeit (min)
1Jürgen Haase GDR28:26,0 CR
2Lajos Mecser HUN28:27,0
3Leonid Mikitenko URS28:32,2
4Manfred Letzerich FRG28:36,8
5Allan Rushmer GBR28:37,8
6Bruce Tulloh GBR28:50,4
7János Szerényi HUN28:52,2
8Gaston Roelants BEL28:59,6

Datum: 30. August

Marathon

PlatzAthletLandZeit (h)
1Jim Hogan GBR2:20:04,6
2Aurèle Vandendriessche BEL2:21:43,6
3Gyula Tóth HUN2:22:02,0
4Carlos Pérez ESP2:22:23
5Anatoli Skripnik URS2:23:14
6Anatoli Sucharkow URS2:23:33
7Kalevi Ihaksi FIN2:23:38
8Pavel Kantorek TCH2:23:49

Datum: 4. September

110 m Hürden

PlatzAthletLandZeit (s)
1Eddy Ottoz ITA13,7 CRe
2Hinrich John FRG14,0
3Marcel Duriez FRA14,0
4Anatoli Michailow URS14,1
5Giovanni Cornacchia ITA14,2
6Sergio Liani ITA14,2
7Wjatscheslaw Skomorochow URS14,2
8Bo Forssander SWE14,3

Finale: 4. September

Wind: −0,2 m/s

400 m Hürden

PlatzAthletLandZeit (s)
1Roberto Frinolli ITA49,8
2Gerd Loßdörfer FRG50,3
3Robert Poirier FRA50,5
4Wassyl Anissimow URS50,5
5Jaako Tuominen FIN50,9
6Horst Gieseler FRG51,2
7Jean-Jacques Behm FRA51,3
8Alain Hébrard FRA52,8

Finale: 2. September

3000 m Hindernis

PlatzAthletLandZeit (min)
1Wiktor Kudinski URS8:26,6 CR/NR
2Anatoli Kurjan URS8:28,0
3Gaston Roelants BEL8:28,0
4Guy Texereau FRA8:30,0 NR
5Manfred Letzerich FRG8:31,0 DR
6Dieter Hartmann GDR8:31,6 NR
7Zoltan Vamoș ROM8:34,0 NR
8Maurice Herriott GBR8:37,0

Finale: 3. September

4 × 100 m Staffel

PlatzLandAthletenZeit (s)
1 FrankreichMarc Berger
Jocelyn Delecour
Claude Piquemal
Roger Bambuck
39,4 CR
2 UdSSREdvīns Ozoliņš
Armin Tujakow
Boris Sawtschuk
Nikolai Iwanow
39,8
3 BR DeutschlandHans-Jürgen Felsen
Gert Metz
Dieter Enderlein
Manfred Knickenberg
39,8
4 DDRHeinz Erbstößer
Rainer Berger
Hermann Burde
Harald Eggers
40,0
5 GroßbritannienLynn Davies
Ronald Jones
Menzies Campbell
Barrie Kelly
40,1
6 ItalienEnnio Preatoni
Ippolito Giani
Nello Simoncelli
Sergio Ottolina
40,2
7 TschechoslowakeiPetr Utekal
Herbert Bende
Jiří Kynos
Ladislav Kříž
40,6
8 NiederlandePiet Tamminga
Leo de Winter
Wim Blom
Rob Heemskerk
40,7

Finale: 4. September

4 × 400 m Staffel

PlatzLandAthletenZeit (min)
1 PolenJan Werner
Edmund Borowski
Stanisław Grędziński
Andrzej Badeński
3:04.5 CR
2 BR DeutschlandFriedrich Roderfeld
Jens Ulbricht
Rolf Krüsmann
Manfred Kinder
3:04.8
3 DDRJochen Both
Günter Klann
Michael Zerbes
Wilfried Weiland
3:05.7
4 FrankreichJean-Pierre Boccardo
Jean-Claude Nallet
Robert Poirier
Michel Samper
3:05.7
5 GroßbritannienJohn Adey
John Sherwood
Martin Winbolt-Lewis
Tim Graham
3:05.9
6 ItalienBruno Bianchi
Roberto Frinolli
Furio Fusi
Sergio Bello
3:06.5
7 TschechoslowakeiJosef Hegyes
Jaromir Haisl
Pavel Pěnkava
Josef Trousil
3:09.3
8 UngarnLászló Horváth
Imre Nemesházi
Gyula Rábai
István Bátori
3:10.3

Finale: 4. September

20 km Gehen

Europameister Dieter Lindner (ganz links) zusammen mit weiteren DDR-Athleten bei den Olympischen Spielen 1964
PlatzAthletLandZeit (h)
1Dieter Lindner GDR1:29:25,0 CR
2Wolodymyr Holubnytschyj URS1:30:06,0
3Mykola Smaha URS1:30:18,0
4Gerhard Sperling GDR1:31:25,8
5Anatoli Wedjakow URS1:32:00,8
6Antal Kiss HUN1:32:42,4
7Peter Fullager GBR1:33:02,4
8Henri Delerue FRA1:33:41,2

Datum: 30. August

50 km Gehen

PlatzAthletLandZeit (h)
1Abdon Pamich ITA4:18:42,2
2Gennadi Agapow URS4:20:01,2
3Oleksandr Schtscherbyna URS4:20:47,2
4Kurt Sakowski GDR4:22:35,0
5Ray Middleton GBR4:23:01,0
6Henri Delerue FRA4:24:30,4
7Günter Rieger GDR4:25:50,8
8Vittorio Visini ITA4:26:22,4

Datum: 3. September

Hochsprung

PlatzAthletLandHöhe (m)
1Jacques Madubost FRA2,12
2Robert Sainte-Rose FRA2,12
3Waleri Skworzow URS2,09
4Edward Czernik POL2,06
5Andrei Chmarski URS2,06
6Wolfgang Schillkowski FRG2,06
7Walentin Gawrilow URS2,06
8Ingomar Sieghart FRG2,03
Kjell-Åke Nilsson SWE2,03

Finale: 1. September

Stabhochsprung

PlatzAthletLandHöhe (m)
1Wolfgang Nordwig GDR5,10 CR
2Christos Papanikolaou GRE5,05 NR
3Hervé d’Encausse FRA5,00
4Renato Dionisi ITA4,80
5Ignacio Sola ESP4,80
6Wlodzimierz Sokolowski POL4,80
7Leszek Butscher POL4,80
8Claus Schiprowski FRG4,70

Finale: 2. September

Weitsprung

PlatzAthletLandWeite (m)
1Lynn Davies GBR7,98 CR
2Igor Ter-Owanessjan URS7,88
3Jean Cochard FRA7,88 NR
4Leonid Barkowskyj URS7,74
5Rainer Stenius FIN7,68
6Hermann Latzel FRG7,59
7Pentti Eskola FIN7,51
8Pertti Puosi FIN7,46

Finale: 31. August

Nach seinem Olympiasieg 1964 errang Lynn Davies mit seinem letzten Sprung nun auch den EM-Titel.

Dreisprung

PlatzAthletLandWeite (m)
1Georgi Stojkowski BUL16,67 CR/NR
2Hans-Jürgen Rückborn GDR16,66 NR
3Henrik Kalocsai HUN16,59 NR
4Jan Jaskólski POL16,57
5Józef Szmidt POL16,45
6Michael Sauer FRG16,39
7Șerban Ciochină ROM16,22
8Siegfried Dähne GDR16,17

Finale: 4. September

Kugelstoßen

PlatzAthletLandWeite (m)
1Vilmos Varjú HUN19,43 CR
2Nikolai Karassjow URS18,82
3Władysław Komar POL18,68
4Alfred Sosgórnik POL18,38
5Heinfried Birlenbach FRG18,37
6Matti Yrjölä FIN18,19
7Pierre Colnard FRA18,15 NR
8Dieter Hoffmann GDR18,02

Finale: 1. September

Diskuswurf

PlatzAthletLandWeite (m)
1Detlef Thorith GDR57,42
2Hartmut Losch GDR57,34
3Lothar Milde GDR56,80
4Edmund Piątkowski POL56,76
5Ludvík Daněk TCH56,24
6Silvano Simeon ITA55,96
7Zenon Begier POL55,94
8Jiří Žemba TCH54,20

Finale: 31. August

In der Qualifikation am 30. August erzielte der im Finale neuntplatzierte sowjetische Werfer Witautas Jaras mit 57,54 m einen neuen Meisterschaftsrekord.

Hammerwurf

PlatzAthletLandWeite (m)
1Ramuald Klim URS70,02 CR
2Gyula Zsivótzky HUN68,62
3Uwe Beyer FRG67,28
4Manfred Losch GDR65,84
5Wladimir Tribunski URS65,28
6Lázár Lovász HUN65,28
7Sándor Eckschmiedt HUN64,52
8Martin Lotz GDR63,16

Finale: 4. September

Speerwurf

Zweiter EM-Titel für den Olympiadritten von 1964 Jānis Lūsis (hier im Jahr 2011)
PlatzAthletLandWeite (m)
1Jānis Lūsis URS84,48 CR
2Władysław Nikiciuk POL81,76
3Gergely Kulcsár HUN80,54
4Pauli Nevala FIN80,36
5Miklós Németh HUN79,82
6Väinö Kuisma FIN79,26
7Janusz Sidło POL78,86
8Manfred Stolle GDR78,70

Finale: 2. September

Zehnkampf

Nach der Vizeeuropa-
meisterschaft 1962 erreichte Werner von Moltke in diesem Jahr Rang eins
PlatzAthletLandP
offiz. Wert.
P
85er Wert.
1Werner von Moltke FRG77407607
2Jörg Mattheis FRG76147478
3Horst Beyer FRG75627479
4Max Klauß GDR74467280
5Rein Aun URS73787210
6Jüri Otsmaa URS72377054
7Mychajlo Storoschenko URS71727002
8Werner Duttweiler SUI71656999

Datum: 31. August/1. September

Gewertet wurde nach der Punktetabelle von 1964.

Zur Orientierung und Einordnung der Leistungen sind zum Vergleich die nach heutigem Wertungssystem von 1985 erreichten Punktzahlen mitaufgeführt. Danach wären die Plätze zwei und drei umgekehrt vergeben worden. Aber diese Vergleiche sind nur Anhaltswerte, denn als Grundlage müssen die jeweils unterschiedlichen Maßstäbe der Zeit gelten.

Resultate Frauen

100 m

PlatzAthletinLandZeit (s)
1Ewa Kłobukowska POL11,5
2Irena Kirszenstein POL11,5
3Karin Frisch FRG11,8
4Eva Lehocká TCH11,9
5Wera Popkowa URS11,9
6Margit Nemesházi HUN11,9
7Jutta Stöck FRG11,9
8Hannelore Trabert FRG12,0

Finale: 31. August

Wind: −1,1 m/s

Einen Doppelsieg für Polen mit klarem Vorsprung gab es im Sprint mit Ewa Kłobukowska (Foto rechts) als Europameisterin.

In der Vorrunde und im Halbfinale hatte die neue Europameisterin den Meisterschaftsrekord von 11,4 s bei jeweils Windstille zweimal egalisiert. Im Finale führte der Gegenwind von 1,1 m/s mit dazu, dass es keine Verbesserungen oder weitere Egalisierungen des EM-Rekords gab.

200 m

PlatzAthletinLandZeit (s)
1Irena Kirszenstein POL23,1 CR
2Ewa Kłobukowska POL23,4
3Wera Popkowa URS23,7
4Kirsten Roggenkamp FRG23,8
5Ingrid Tiedtke GDR23,9
6Eva Lehocká TCH24,0
7Hannelore Trabert FRG24,2
8True Hennipman NED24,2

Finale: 2. September

Wind: ±0,0 m/s

Irena Kirszenstein – spätere Irena Szewińska – errang hier die Titel über 200 Meter, 4-mal 100 Meter und im Weitsprung.

400 m

PlatzAthletinLandZeit (s)
1Anna Chmelková TCH52,9 CR/NR
2Antónia Munkácsi HUN53,9
3Monique Noirot FRA54,0
4Ljudmila Samotjossowa URS54,0
5Helga Henning FRG54,1 BR
6Berit Berthelsen NOR54,1 NR
7Zsuzsa Szabó HUN54,3
8Amelia Louer NED55,0

Finale: 1. September

800 m

PlatzAthletinLandZeit (min)
1Vera Nikolić YUG2;02,8 CRe/NR
2Zsuzsa Szabó HUN2;03,1 NR
3Antje Gleichfeld FRG2;03,7 DR
4Pam Piercy GBR2;04,1
5Alla Kriwoschejewa URS2;04,2
6Wera Muchanowa URS2;04,8
7Ilja Laman NED2;05,2
8Waltraud Pöhlitz GDR2;12,1

Finale: 4. September

Vera Nikolić (Foto rechts) gewann den 800-Meter-Titel in einem hochklassigen Wettbewerb.

80 m Hürden

Karin Balzer – nach dem Olympiasieg 1964 nun auch der EM-Titel
PlatzAthletinLandZeit (s)
1Karin Balzer GDR10,7
2Karin Frisch FRG10,7
3Elżbieta Bednarek POL10,7
4Renate Balck FRG10,7
5Inge Schell FRG10,8
6Nilija Kulkowa URS10,9
7Danuta Straszyńska POL10,9
8Gundula Diel GDR11,0

Finale: 4. September

Wind: +0,2 m/s

4 × 100 m Staffel

PlatzAthletinnenLandZeit (s)
1 PolenElżbieta Bednarek
Danuta Straszyńska
Irena Kirszenstein
Ewa Kłobukowska
44,4 CR
2 BR DeutschlandRenate Meyer
Hannelore Trabert
Karin Frisch
Jutta Stöck
44,5
3 UdSSRWera Popkowa
Walentyna Bolschowa
Ljudmila Samotjossowa
Renāte Lāce
44,6
4 UngarnMargit Nemesházi
Erzsébet Bartos
Annamária Tóth
Ida Such
45,1
5 DDRIngrid Tiedtke
Ursula Böhm
Christina Heinich
Renate Heldt
45,3
6 GroßbritannienMaureen Tranter
Janet Simpson
Daphne Slater
Jill Hall
45,4
7 NiederlandeTruus Hennipman
Martha Klaasen
Wilma van Gool
Lidy Vonk
45,6
8 FrankreichDanielle Guéneau
Sylviane Telliez
Gabrielle Meyer
Nicole Montandon
45,7

Finale: 4. September

Hochsprung

PlatzAthletinLandHöhe (m)
1Taissija Tschentschik URS1,75
2Ljudmila Komlewa URS1,73
3Jarosława Bieda POL1,71
4Mária Faithová TCH1,71
5Olga Gere-Pulić YUG1,71
6Marjan Thomas NED1,68
7Dagmar Melzer GDR1,65
8Dorothy Shirley GBR1,65

Finale: 4. September

Weitsprung

PlatzAthletinLandWeite (m)
1Irena Kirszenstein POL6,55 CR
2Diana Jorgowa BUL6,45
3Helga Hoffmann FRG6,38
4Corrie Bakker NED6,34 NR
5Viorica Viscopoleanu ROM6,33
6Tatjana Talyschewa URS6,33
7Sheila Parkin GBR6,30
8Meta Antenen SUI6,23 NR

Finale: 3. September

Kugelstoßen

PlatzAthletinLandWeite (m)
1Nadeschda Tschischowa URS17,22
2Margitta Gummel GDR17,05
3Marita Lange GDR16,96
4Galina Sybina URS16,65
5Marija Tschorbowa BUL15,97
6Gertrud Schäfer FRG15,95
7Marlene Fuchs FRG15,89
8Ana Sălăgean ROM15,48

Finale: 30. August

Diskuswurf

PlatzAthletinLandWeite (m)
1Christine Spielberg GDR57,76 CR
2Liesel Westermann FRG57,38 BR
3Anita Hentschel GDR56,80
4Jolán Kleiber HUN56,24
5Wirschinija Michajlowa BUL53,68
6Ingrid Lotz GDR53,34
7Jiřina Němcová TCH52,40
8Štěpánka Mertová TCH51,64

Finale: 1. September

Speerwurf

PlatzAthletinLandWeite (m)
1Marion Lüttge GDR58,74
2Mihaela Peneș ROM56,94
3Walentina Popowa URS56,70
4Jelena Gortschakowa URS55,96
5Elvīra Ozoliņa URS55,52
6Márta Rudas HUN54,30
7Daniela Tarkowska POL49,70
8Erika Strasser AUT49,26

Finale: 3. September

In der Qualifikation am 2. September hatte Europameisterin Marion Lüttge mit 59,70 m einen neuen Meisterschaftsrekord aufgestellt, der gleichzeitig auch ein deutscher Rekord war.

Fünfkampf

PlatzAthletinLandP
offiz. Wert.
P
85er Wert.
1Walentina Tichomirowa URS47874057
2Heide Rosendahl FRG47654048
3Inge Exner GDR47133984
4Mary Rand GBR47114001
5Annamária Tóth HUN 47044005
6Gerda Mittenzwei GDR46753950
7Meta Antenen SUI45353815
8Denise Guénard FRA44833722

Datum: 31. August/1. September

Gewertet wurde nach der 1962 modifizierten Fünfkampftabelle.

Zur Orientierung und Einordnung der Leistungen sind zum Vergleich die nach heutigem Wertungssystem von 1985 für den Siebenkampf erreichten Punktzahlen mitaufgeführt. Danach hätte einige abweichende Platzierungen gegeben. Aber diese Vergleiche sind nur Anhaltswerte, denn als Grundlage müssen die jeweils unterschiedlichen Maßstäbe der Zeit gelten.

Video

Einzelnachweise

  1. Hader um Hymnen. In: Der Spiegel 6. September 1966, spiegel.de, abgerufen am 20. Juli 2022
  2. Zwischen Mann und Frau: Die legendäre Diskuswerferin Tamara Press wird 70. Nie ohne ihren Rasierapparat. In: Die Welt 6. September 1966, welt.de, abgerufen am 20. Juli 2022
  3. Ewa Kłobukowska, worldqueerstory.org (englisch), abgerufen am 20. Juli 2022
  4. We Shall Never Know the Exact Number of Men who Have Competed in the Olympics Posing as Women’: Sport, Gender Verification and the Cold War, tandfonline.com (englisch), abgerufen am 20. Juli 2022