
Hans Virchow (* 10. September1852 in Würzburg; † 7. April1940 in Berlin) war ein deutscher Mediziner und Hochschullehrer.
Leben und Wirken
Hans Virchow war das zweite der sechs Kinder von Rudolf Virchow. Er studierte Medizin an den Universitäten Berlin, Bonn, Straßburg und Würzburg, wo er als 1874 Student für Albert von Koelliker tätig war. Seine Dissertation schrieb er zum Thema: „Über das Epithel des Dottersackes im Hühnerei“ und wurde damit 1875 in Berlin promoviert.[1] Von 1877 bis 1882 arbeitete er als Assistent, später Prosektor am Anatomischen Institut der Universität Würzburg. Dort habilitierte er sich 1882 in Anatomie. 1884 wurde er als zweiter Prosektor am anatomischen Institut der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin berufen[2] und lehrte dort von 1889 bis 1917 als außerordentlicher Professor für Anatomie. Im Wintersemester 1903/04 bot er die ersten Präparierkurse für Studentinnen in Berlin an, da der damalige Ordinarius Wilhelm von Waldeyer-Hartz Frauen zu den regulären Übungen nicht zuließ.[3]
Von 1917 bis 1922 war Virchow als Honorarprofessor an der Hochschule tätig, anschließend als ordentlicher Professor. Daneben lehrte er von 1886 bis 1920 Anatomie an der Berliner Akademischen Hochschule für bildende Künste.[4]
1887 wurde Hans Virchow Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.[5]
Dreimal übernahm er den Vorsitz der von seinem Vater Rudolf Virchow gegründeten Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte.
Hans Virchow starb 1940 im Alter von 87 Jahren in Berlin und wurde auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg beigesetzt. Das Grab ist, im Gegensatz zum Ehrengrab seines Vaters auf demselben Friedhof, nicht erhalten geblieben.[6]
Literatur
- Nikolaus Muschong: Hans Virchow (1852–1940). Leben und Werk. Medizinische Dissertation Bonn 2011. (als Hans Virchow (1852–1940): Leben und Werk eines Anatomen und Anthropologen. V&R Unipress, 2013, ISBN 3-8471-0055-6.)
- H. Stieve: Hans Virchow zum Gedenken. In: Anatomischer Anzeiger. Band 92, 1942, S. 297–349.
Weblinks
- Literatur von und über Hans Virchow im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik der Humboldt-Universität zu Berlin – Biographie Hans Virchow (1852–1940)
Einzelnachweise
- ↑Reinhard Hildebrand: Rudolf Albert von Koelliker und sein Kreis. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 3, 1985, S. 127–151, hier: S. 143.
- ↑Anton von Werner: Ansprachen und Reden an die Studirenden der königlichen akad. Hochschule für die bildenden Künste zu Berlin und Verzeichniss der Lehrer, Beamten und Schüler derselben seit 1875. Rud. Schuster, Berlin 1896, S. 258 (Volltext in der Google-Buchsuche).
- ↑Ingeborg Köhnecke: Keine Studentenbude für „Emanzipierte“. In: Deutsches Ärzteblatt, 6. Dezember 1973.
- ↑Antje Kalcher, Dietmar Schenk: Vor der UdK. 1. Auflage. Universität der Künste Berlin, 2024, S. 33 (kobv.de [PDF]).
- ↑Mitgliedseintrag von Hans Virchow bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 23. Februar 2013.
- ↑Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Grabstätten. Haude & Spener, Berlin 2006. S. 310.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Virchow, Hans |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Mediziner und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 10. September 1852 |
| GEBURTSORT | Würzburg |
| STERBEDATUM | 7. April 1940 |
| STERBEORT | Berlin |
- Mitglied der Leopoldina (19. Jahrhundert)
- Mitglied der Leopoldina (20. Jahrhundert)
- Hochschullehrer (Humboldt-Universität zu Berlin)
- Hochschullehrer (Akademische Hochschule für die bildenden Künste)
- Mediziner (19. Jahrhundert)
- Mediziner (20. Jahrhundert)
- Rudolf Virchow
- Deutscher
- Geboren 1852
- Gestorben 1940
- Mann