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Berndorf bei Salzburg

Berndorf bei Salzburg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Berndorf bei Salzburg
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Berndorf bei Salzburg
Berndorf bei Salzburg (Österreich)
Berndorf bei Salzburg (Österreich)
Basisdaten
Staat:Osterreich Österreich
Land:Land Salzburg Salzburg
Politischer Bezirk:Salzburg-Umgebung
Kfz-Kennzeichen:SL
Fläche:14,48 km²
Koordinaten:47° 58′ N, 13° 4′ OKoordinaten: 47° 58′ 0″ N, 13° 4′ 0″ O
Höhe:548 m ü. A.
Einwohner:1.776 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte:123 Einw. pro km²
Postleitzahl:5165
Vorwahl:06217
Gemeindekennziffer:5 03 04
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Franz-Xaver-Gruber-Platz 1
5165 Berndorf bei Salzburg
Website:berndorf.salzburg.at
Politik
Bürgermeister:Johann Stemeseder (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2024)
(17 Mitglieder)
5
12
5 12 
Insgesamt 17 Sitze
Lage von Berndorf bei Salzburg im Bezirk Salzburg-Umgebung
Lage der Gemeinde Berndorf bei Salzburg im Bezirk Salzburg-Umgebung (anklickbare Karte)BergheimHinterseeSalzburg
Lage der Gemeinde Berndorf bei Salzburg im Bezirk Salzburg-Umgebung (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Blick auf das Ortszentrum von Berndorf
Blick auf das Ortszentrum von Berndorf
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Berndorf bei Salzburg ist eine Gemeinde im Salzburger Land im Bezirk Salzburg-Umgebung in Österreich mit 1776 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025) und liegt am Ausläufer des Haunsbergs.

Geografie

Die Gemeinde liegt im Nordosten des Bezirkes Salzburg-Umgebung (Flachgau, auch Salzburg Land) bzw. in der Region Salzburger Seengebiet im BundeslandSalzburg am Fuße des Haunsberges an dessen Sonnenseite. Der Grabensee liegt zur Gänze im Gemeindegebiet von Berndorf. Das größte Fließgewässer ist der Reiter Bach, einem linken Nebenfluss der Mattig. Weitere größere Fließgewässer sind der Egger Bach, der Schwandlbach und der Flurnsbach, die entweder zum Reiter Bach oder zum Grabensee entwässern. Der tiefste Punkt der Gemeinde ist der Grabensee im Osten in 500 Meter Meereshöhe. nach Westen steigt das Land auf bis zu 690 Meter an.

Berndorf hat eine Fläche von rund 14½ Quadratkilometer, davon werden 71 Prozent landwirtschaftlich genutzt, je ein Zehntel sind Gewässer und Wald.[1]

Gemeindegliederung

Das Gemeindegebiet umfasst zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 1. Jänner 2025[2]):

  • Berndorf bei Salzburg (1392) samt Aigen, Apfertal, Breitbrunn, Feichten, Gransdorf, Kreised, Krispelstätt, Mangelberg, Mittermühl, Stemesed und Wendlberg
  • Großenegg (384) samt Aigen, Geiersberg, Grub, Hebat, Höpfling, Karellen, Maierhof, Mangerberg, Oberkarellen, Reit, Schallmoos, Schwand, Schwandl, Spatzenegg, Strauchmühle und Wilhelmsed

Die Gemeinde besteht aus zwei Katastralgemeinden:

  • Berndorf
  • Großenegg

Nachbargemeinden

Perwang am Grabensee (BR)
Nußdorf am HaunsbergKompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigtMattsee
Seeham

Geschichte

Im Jahr 767 wurde Lauterbach als älteste Kirche im Pfarrbereich urkundlich erwähnt, ebenso Fiuhte (Feichen) und Wenilo (Wendlberg).

Die heutige Pfarrkirche entstand um 1440. Im Jahr 1684 wurde der barocke Turm gebaut, auf dessen Spitze eine zwei Meter große Strahlenmadonna steht.[3]

Bei der Pestseuche des Jahres 1714 starben 43 Menschen in Berndorf.[4]

Im Jahr 2017 wurde die Ortsbeleuchtung auf LED umgestellt.[4]

Bis Ende Mai 1923 gehörte die Gemeinde zum Gerichtsbezirk Mattsee, 1923–2023 war sie Teil des Gerichtsbezirks Oberndorf, seither des Gerichtsbezirks Seekirchen am Wallersee.

Bevölkerungsentwicklung

Bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts war die Einwohnerzahl konstant. Danach stieg sie durch Zuwanderung stark an.[4][5]

Berndorf bei Salzburg: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
931
1880
 
990
1890
 
987
1900
 
927
1910
 
969
1923
 
980
1934
 
969
1939
 
903
1951
 
976
1961
 
954
1971
 
1.036
1981
 
1.119
1991
 
1.310
2001
 
1.578
2011
 
1.659
2021
 
1.729
2025
 
1.776
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Berndorf bei Salzburg
Denkmal für Franz Xaver Gruber

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Die Abnahme der landwirtschaftlichen Betriebe in den Jahren 1999 bis 2010 ging zu Lasten der Nebenerwerbsbauern, deren Anzahl von 31 auf 15 sank. Im Produktionssektor arbeiteten 65 Erwerbstätige in der Bauwirtschaft und 34 im Bereich Herstellung von Waren. Die größten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche Handel (67), Verkehr (59) und soziale und öffentliche Dienste (42 Mitarbeiter).[6][7][8]

WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige
2011200120112001
Land- und Forstwirtschaft 1)64817879
Produktion20169983
Dienstleistung6758198207

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln

Im Jahr 2011 lebten 930 Erwerbstätige in Berndorf bei Salzburg. Davon arbeiteten 228 in der Gemeinde, drei Viertel pendelten aus.[9]

Erdgasförderung

Nachdem im Zuge des Russischen Überfalls auf die Ukraine 2022 die Preise für Erdgas und Energie stiegen, plant die RAG Austria die Förderung bisher nicht rentabler Erdgasvorkommen in Berndorf. Die zugrunde liegenden Pläne wurden bereits 2010 erarbeitet.[10] Die Gemeinde oder der Bürgermeister verlangten von der Landesregierung ein Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP), da die Landschaft durch drei Bohrtürme beeinträchtigt würde.[11]

Im Jahr 2023 urteilte das Bundesgericht, dass keine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) notwendig sei.[12]

Dabei wurde festgestellt, dass keine besondere Schutzwürdigkeit des betroffenen Gebietes vorliege.[13]

Politik

Gemeindeamt

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2024
Wahlbeteiligung: 75,2 %
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
71,2 %
(+10,3 %p)
28,8 %
(−10,3 %p)
20192024

Die Gemeindevertretung hat 17 Mitglieder. Nach den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg hatte/hat die Gemeindevertretung folgende Verteilungen:

  • 2004: 10 ÖVP, 5 SPÖ, und 2 FPÖ.
  • 2009: 10 ÖVP, 5 SPÖ, und 2 FPÖ.[14]
  • 2014: 10 ÖVP, 5 SPÖ, und 2 FPÖ.[15]
  • 2019: 10 ÖVP, und 7 SPÖ.[16]
  • 2024: 12 ÖVP und 5 SPÖ.[17]

Bürgermeister

  • 1959–1964 Peter Eidenhammer, Kalistenbauer in Mangelberg (ÖVP)[18]
  • 1964–1985 Johann Pfeil[19]
  • 1985–1989 Josef Schwaiger (ÖVP)[20]
  • 1989–1999 Franz Jessner (SPÖ)[21]
  • 1999–2019 Josef Guggenberger (ÖVP)[22]
  • seit 2019 Johann Stemeseder (ÖVP)[23]

Wappen

Das Wappen der Gemeinde stellt dar: „In Silber ein rotbewehrter schwarzer Bär, mit den Vorderpranken ein von Schwarz und Silber schrägrechts geteiltes Schildlein haltend.“

Das „schrägrechts geteilte Schildlein“ dürfte jenes der Herren von Truna (= Traun) sein. Die Haunsberger und Berndorfer hatten Besitz in Oberösterreich. Die Haunsberger beherrschten beispielsweise mit der Mühlviertler Burg Wildberg im Haselgraben den Handelsweg nach Böhmen und mit der Burg Linz einen wichtigen, aufstrebenden Handelsort an der Donau – die spätere Landeshauptstadt des Landes ob der Enns (Oberösterreich). Die Gefolgsmänner der Haunsberger, die am Haunsberg in Salzburg beheimateten Berndorfer, gründeten westlich der Burg Wildberg im Haselgraben, Nähe Eidenberg und Burg Lobenstein, ein Berndorf. Der jähe Absturz des Haunsberger Geschlechtes ist bekannt.[24]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten

  • Franz Xaver Gruber (1787–1863), Komponist des Weihnachtsliedes „Stille Nacht“, war von 1829 bis 1835 als Lehrer, Messner und Organist in Berndorf tätig. Im Oktober 2018 wurde in Berndorf ein vom Kuchler Bildhauer Peter Schwaighofer geschaffenes Denkmal zu Ehren Franz Xaver Grubers enthüllt.[25]
Commons: Berndorf bei Salzburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Berndorf bei Salzburg, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 4. Juni 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2025 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2025), (ODS, 500 KB)
  3. Allgemeine Information. Gemeinde Berndorf bei Salzburg, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 1. Juni 2019; abgerufen am 4. Juni 2021 (österreichisches Deutsch).
  4. 123Gemeindechronik. Gemeinde Berndorf bei Salzburg, abgerufen am 4. Juni 2021 (österreichisches Deutsch).
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Berndorf bei Salzburg, Bevölkerungsentwicklung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 4. Juni 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Berndorf bei Salzburg, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 4. Juni 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Berndorf bei Salzburg, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 4. Juni 2021.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Berndorf bei Salzburg, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 4. Juni 2021.
  9. Ein Blick auf die Gemeinde Berndorf bei Salzburg, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 4. Juni 2021.
  10. Berndorf verlangt UVP für Erdgas-Bohrungen orf.at, 31. Oktober 2022, abgerufen am 31. Oktober 2022.
  11. Antonio Lovric: Rückschlag für Berndorfer Gas-Gegner. 6. Mai 2023, abgerufen am 5. Februar 2025.
  12. RDB Rechtsdatenbank. Abgerufen am 5. Februar 2025.
  13. Land Salzburg – Wahlergebnisse 2009. Abgerufen am 4. Juni 2021.
  14. Land Salzburg – Wahlergebnisse 2014. Abgerufen am 4. Juni 2021.
  15. Land Salzburg – Wahlergebnisse 2019. Abgerufen am 4. Juni 2021.
  16. Land Salzburg - Wahlergebnisse. Abgerufen am 13. März 2024.
  17. Bürgermeister der Gemeinde Berndorf bei Salzburg – Salzburgwiki. Abgerufen am 22. April 2020.
  18. Johann Pfeil. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  19. Josef Schwaiger (1934). In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  20. Franz Jessner. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  21. Josef Guggenberger (Bürgermeister). In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  22. Johann Stemeseder. In: Salzburger Nachrichten: Salzburgwiki.
  23. Franz Sekker, 1925, Siebmachers Salzburger Adel, 1898, Siegelkartei im OÖ. Landesarchiv, F.X. Wöber, 1885, G.P. Michalek, 2001.
  24. Denkmal zu Ehren Franz Xaver Grubers enthüllt: Gemeinde Berndorf ehrt Komponisten des Stille-Nacht-Liedes. Salzburger Landeskorrespondenz vom 5. Oktober 2018, abgerufen am 6. Oktober 2018.